JUGENDSTIL-ROUTE CESENATICO

Kultur und gutes Leben

JUGENDSTIL-ROUTE CESENATICO

Cesenatico

2 Stunden

Beschreibung der Aktivität

Der Jugendstil in Cesenatico begleitet die Geburt des Badetourismus. Die „neue Industrie“, die seit 1877 gefördert wird und bald zur wichtigsten Ressource der Stadt werden sollte, förderte den Bau von Villen und Hotels im Jugendstil.

Erste Etappe: STÄDTISCHE FISCHHALLE Die erste Etappe findet vor der Städtischen Fischhalle statt, einem historischen Gebäude, das Teil der wichtigen städtebaulichen Sanierungsarbeiten zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und etwa 1930 war. 1911 erbaut, ist es ein sehr schlichtes und essentielles Beispiel des Jugendstils. Es handelt sich um ein kleines, rechteckiges Gebäude mit einem einzigen Raum, das an der Fassade einen breiten, flachen Bogen aufweist, der auf Pfeilern mit leicht vorspringenden, breiten Pilastern ruht, die mit Pyramidenmotiven belebt sind. Zwei Medaillons mit einem klassizistisch-stilisierten Design sind an den Seiten des Bogens sichtbar. Auch die zarte Farbgebung mit weißen Dekorelementen auf elfenbeinfarbenem Putz trägt zur Nüchternheit des Gesamtbildes bei. Das kürzlich renovierte Gebäude ist auch heute noch der Hauptort für den Einzelhandel mit frischem Fisch.

Zweite Etappe: VIALE ANITA GARIBALDI (Villino Hausnummer 14, Villino Hotel Pino, Villa Pompili, Villa Faedi Moretti – im Krieg zerstört, war aber ein reines Beispiel des Jugendstils). Von der Städtischen Fischhalle entlang des Corso Garibaldi in Richtung Meer gelangt man zur zweiten Etappe unserer Route „Cesenatico im Jugendstil“: Viale Anita Garibaldi. Die 1894 angelegte Viale Anita Garibaldi wurde zur eigentlichen Zufahrtsstraße zum Strand, und gerade in dieser Allee sind noch heute die Villen aus den frühen 1900er Jahren am deutlichsten zu erkennen. Besonders hervorzuheben ist „die Rote Villa“ an der Hausnummer 14, die aus dem späten 19. Jahrhundert stammt und Bögen über den Fenstern im maurischen Stil aufweist, Motive, die sich im Tor und in der Leiste zwischen Hochparterre und erstem Stock wiederfinden. Gegenüber befindet sich die Jugendstilvilla neben dem ehemaligen Hotel da Pino, die florale Dekorationen aufweist, wie die Fensterprofile mit Kompositionen aus geschwungenen Linien, Blättern und Fruchtgirlanden. Insbesondere fallen die Frauenköpfe auf, die wie Karyatiden die Balken des Gesimses tragen. Weiter geht es zur „Villa Pompili“, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und kürzlich restauriert wurde und noch immer ihren Urlaubscharme versprüht. Das erste, was auffällt, ist das wunderschöne schmiedeeiserne Tor, ein wahres Kunstwerk, sowie die Zementarbeiten, die florale Dekorationen aufweisen, wie die über den Fenstern und der Eingangstür. In Cesenatico erinnern wir uns insbesondere an die „Villino Faedi Moretti“, die zwischen 1903 und 1905 am Ende der Viale Anita Garibaldi, Ecke Viale Carducci, erbaut wurde, aber leider vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Unter den wenigen verbliebenen Villen in der Gegend und denen, die auf Postkarten verewigt wurden, war die Villino Faedi Moretti mit ihrem so dekorierten und raffinierten Erscheinungsbild die einzige in Cesenatico im reinen Jugendstil.

Dritte Etappe: EHEMALIGE KOLONIE VERONESE Wo sich heute das Grand Hotel Da Vinci befindet, war die Struktur zwischen 1936 und dem Ende des 20. Jahrhunderts eine Kolonie, die Kinder aus der Provinz Verona für Aufenthalte am Meer beherbergte. Doch zwischen 1920 und 1936, vor der Umwandlung in eine Kolonie, stand an diesem Ort die Dependance des Hotels Eritrea, entworfen für die Urlaubselite des aufkommenden Tourismus in Cesenatico. Diese Struktur bildete den Auftakt einer Reihe wichtiger Beherbergungsbetriebe, die im östlichen Strandbereich an der Viale Carducci gebaut wurden. Sie zeigte eine sezessionistische Architektursprache, die eine Architektur kennzeichnete, die durch ihre Formen die Verherrlichung des Urlaubs sublimierte. Sie wurde 1936 in eine Kolonie umgewandelt und verlor ihre Jugendstilmerkmale, abgesehen von einigen Details wie zum Beispiel der geschwungenen Treppe an der Via Piave. Im Jahr 2006 wurde das Gebäude von einer Unternehmerfamilie übernommen und in ein Luxushotel umgewandelt. Vierte Etappe: Villa Magrini Von der Kolonie Veronese aus, weiter auf der Viale Carducci in Richtung Wolkenkratzer, finden wir an der Hausnummer 59 eine noch heute gut erhaltene Jugendstilvilla. Es handelt sich um die Sommerresidenz von Adolfo Magrini, einem Architekten, der vor Ort an verschiedenen Projekten beteiligt war. Die Villa besteht aus zwei Etagen, wobei das Erdgeschoss erhöht ist, drei Terrassen, zwei überdachte im erhöhten Erdgeschoss und eine offene im Obergeschoss. Sie weist eine geschickt gegliederte Volumetrie auf, und in allen Kompositionen dominiert ein zum Meer hin ausgerichteter Aussichtsturm. Adolfo Magrini schlägt für seine Villa einen Neomittelalterismus vor, der von römischen und gotischen Stilelementen geprägt ist.

Fünfte Etappe: GRAND HOTEL PIAZZA COSTA In geringer Entfernung erreicht man die Piazza Costa, wo sich das Grand Hotel von Cesenatico erhebt. Erbaut zwischen 1928 und 1929, wurde es vom Architekten R. Ceccolini entworfen. Das historische Hotel im Jugendstil zeigt einen schlichten Klassizismus ohne aufdringliche Elemente und verteilt auf seinen Fassaden große und helle Fenster, Balkone und zwei große Terrassen zum Meer hin. Wie ähnliche monumentale Gebäude in anderen europäischen Städten imitierte es in Architektur und Ausstattung die Residenzen großer Dynastien. Als weltliches Symbol einer ganzen Epoche hat es im Laufe der Jahre verschiedene interne Veränderungen erfahren, wobei der Jugendstil, der es prägt, jedoch unverändert blieb. Während des Krieges wurde es vom deutschen Kommando besetzt und später von den Befreiungstruppen als Sitz des neuseeländischen Kommandos genutzt. Seit 1956 ist es im Besitz einer alteingesessenen Hoteliersfamilie.

Stagionalità: Herbst, Sommer, Frühling, Winter


Pflichtreservierung: no

Experience zugänglich: si