Maritime Kunst und Kultur

Die historischen Segel des Schifffahrtsmuseums Cesenatico

Historische Segel. Farben, Stoffe, Symbole der Seemannsfamilien. Es ist eines der faszinierendsten Themen der traditionellen Seefahrt: die farbigen und verzierten Luggersegel, die an der Adria eine wahre "Meeresheraldik" hervorbrachten.

In Cesenatico stellt das Schifffahrtsmuseum in der Schwimmenden Sektion zehn Boote im Wasser aus, komplett mit Segeln, die von Ostern bis Oktober gesetzt werden. Und was die Schwimmende Sektion im Sommer einzigartig macht, sind genau die Segel, die sich durch lebhafte Farben aus Erdfarben auszeichnen und mit Symbolen verziert sind, die die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Fischerfamilien darstellten.

Der Brauch, Segel zu bemalen, ist uralt, doch erst in der Zeit der letzten adriatischen Segelschifffahrt wurde die Verzierung der Luggersegel von Bragozzi, Trabaccoli, Topi, Battane und anderen Booten zu einem Phänomen von großem historischen und anthropologischen Wert und später auch zu einer Form des populären künstlerischen Ausdrucks. Lange Zeit wurden diese trapezförmigen Segel mit dem ein Drittel vor dem Mast herausragenden Spriet (daher der Name) stets mit den charakteristischen Ockertönen natürlicher Erdfarben (Gelb, Orange und Rot) gefärbt, Farben, die die beste Sichtbarkeit der Segel auf See und eine größere Sicherheit im Notfall gewährleisteten.
Die Segel wurden gefärbt, indem die Erdfarben mit Wasser und einem Bindemittel gemischt und dann mit einem Schwamm auf die Zeichnungen aufgetragen wurden. Wichtig war die Fixierung der Farbe, die durch Eintauchen in Meerwasser erfolgte.
Das Färben der Segel hatte neben der Funktion, die Fasern des Segeltuchs zu schützen, den Zweck, die Boote durch Farben und das Hinzufügen von Buchstaben und Symbolen zu kennzeichnen. Mit der Zeit wurden die Verzierungen immer aufwendiger und schufen eine wahre "Meeresheraldik", bei der jede Fischerfamilie stolz auf ihr Segel war, wie die alten Ritter auf ihr Schild.

In Cesenatico gab es heftige Kontroversen über die Verwendung des Delfinbildes. Neben den gängigsten Symbolen wie der aufgehenden Sonne waren auch religiöse Symbole wie das Kreuz und solche, die mit dem Nachnamen oder Spitznamen des Bootsführers verbunden waren, weit verbreitet. Noch heute kann man im alten Squero von Cesenatico, einem kleinen Hafenbecken innerhalb des Kanalhafens, die an den Fischerhäusern gehissten Segel bewundern.

Die Hauptverzierungen waren der „Gallone“, der „Moccolo“, der „Streifen“, die „Pappardella“, die „Tischdecke“ und die „Servietten“, Symbole, die sich im Falle einer Heirat vereinigten.

Schließlich begannen auf den Segeln Werbedarstellungen von Namen und Produktmarken zu erscheinen: ein Brauch, der auf die Nutzung der Boote für den Transport von Touristen zurückzuführen war.